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Wozu beten?

„Niemand glaubt, wie kräftig und stark das Gebet ist und wie viel es vermag als nur der, den es die Erfahrung gelehrt und der es versucht hat." (Martin Luther)

Jugendliche mit Gebet eigene Erfahrungen machen zu lassen, wagt seit fünf Jahren die Aktion PrayNet. Sie führt auf innovative Weise an Gebet heran. Für Jugendliche von heute ist Gebet weder „in“ noch „cool“. Argumente gegen das Beten sind schnell gefunden: Beten ist sinnloses Geplapper. Beten ist, wenn immer die gleichen Worte gesagt werden. Wozu soll ich beten? Gott weiß doch sowieso, was ich denke. Wie antworten wir darauf, wenn Jugendliche uns fragen, was beten ist?

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Gebet und Segen gehören zusammen.

Foto: Privat

Ein Gebet ist Bekenntnis und Hingabe.

Das persönliche Gebet bereitet den Weg zu einer Begegnung mit Gott, mit den Mitmenschen und mit sich selbst. Ein Jugendlicher, der betet, bekennt damit seinen Glauben. Gebet ist niemals nur Ausdruck von Gedanken und Gefühlen. Gebet ist ein Vorgang, bei dem zwischen Mensch und Gott etwas geschieht. Gebet ist die innere Bereitschaft, sich von Gott verändern zu lassen. Gebete prägen und formen unseren Glauben. Durch die Verbindung mit Gott hat auch das einfachste und schlichteste Gebet enorme Kraft, Fülle und Wirksamkeit.

Über Gebet kann man nicht reden – man kann es nur tun.

„Als Teil von PrayNet können junge Menschen die spirituelle Tiefe des Gebets wieder oder zum ersten Mal erfahren.“ (Sabine Eujen)

Gebetserziehung geschieht im wesentlichen durch das Tun, durch das Praktizieren, durch das miteinander Beten. Richtig spannend wird es für Jugendliche, wenn sie über Kontinente hinweg Gebete persönlich austauschen können und sich durch ihr Gebet als Mitglied der Christenheit mit all ihren kulturellen und geschichtlichen und konfesssionellen Unterschieden verstehen lernen. Sie begreifen, dass sie mit ihrem Gebet Teil einer globalen christlichen Gemeinschaft sind, z.B. durch Teilnahme an PrayNet.

Wenn wir beten, lassen wir uns auf einen inneren Weg ein.

Wir zeigen und erleben im Gebet ein Stück von unserer eigenen Beziehung zu Gott, zu uns selbst und zu anderen Menschen. Das Gebet ist niemals nur Ausdruck von Gedanken und Gefühlen, es ist ein Kontakt zwischen Mensch und Gott.

Wenn wir das Gebet für unseren Gebetspartner lesen und sprechen, dann kann daraus eine innere Verbindung entstehen. Junge Menschen, die wissen, dass andere für sie beten, fühlen sich nicht mehr einsam, sondern getragen, angenommen und geliebt. Das Gebet kann über große räumliche Entfernungen hinweg eine innere Nähe schaffen.

Ein Gebet ist keine Zauberformel zur Erfüllung unserer besonderen Wünsche

Allerdings können Gebete auch missbraucht werden. Ein rein äußeres Daher-sagen von Gebetsworten oder Bitten um materielle Güter werden im Neuen Testament abgelehnt und auf die Gefahr hingewiesen, durch eigenes Reden und Lärmen zu verhindern, dass Gott zu Wort kommt. Schlimmstenfalls wird das Gebet als Ersatz für das richtige Handeln genommen. Wer beispielsweise bei einer Krankheit nur betet und nicht auch zum Arzt geht, handelt nicht fromm, sondern verantwortungslos. Gott lässt sich auch nicht durch unsere Gebete erpressen. Wer meint, besonders häufiges und intensives Bitten garantiere, dass Gott seine Wünsche in der von ihm geforderten Weise erfülle, hat ein abergläubisch-magisches Verständnis von Gebet.

 

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